Emil macht Theater

(Bericht in der Frankenpost am Donnerstag, 4.12.08)

Erlebnispädagogik | „Emil macht Theater“ macht Station in der Volksschule in Zell. In fünf Tagen studieren fast 100 Kinder Theaterstücke ein, die sie Eltern und geladenen Gästen präsentieren. Werbespots für Libellen
Warum der Löwenzahn ständig lacht
 


Alle Insekten wundern sich über den lachenden Löwenzahn.

Zell„Emil macht Theater“ ist ein neues Projekt der Kreisgruppe Hof des Bundes Naturschutz in Zusammenarbeit mit dem Abfallzweckverband sowie der Firma Gealan. Sie alle wollen, dass während der Zeit, in der die Natur ihren Winterschlaf hält, sich die Kinder mit ihr beschäftigen und boten deshalb den Schulen dieses erlebnispädagogische Angebot. Für die Umsetzung des am Lehrplan orientierten Naturthemas konnte der erfahrene Theaterpädagoge Karlheinz Hamm gewonnen werden. Fünf Tage war er zu Gast an der Volksschule Zell, die als erste Schule im Kreis Hof das Projekt umsetzte. Als Höhepunkt und gleichzeitig als Belohnung für alle Beteiligten gab es jetzt in der Aula eine Aufführung des Gelernten, zu der auch Eltern und Gäste geladen waren. Und der große Raum war voll besetzt.

Weil die Kinder ein Experimentiertheater aus dem Stegreif darbieten wollten, wollte auch Schulleiterin Erika Schneider aus dem Stegreif zu den Gästen sprechen. Für sie sei die Natur sehr vielfältig und geheimnisvoll, sagte sie. „Mit den Darbietungen wollen sich die Kinder der Natur nähern.“ Man könne die Natur aber nur lieben, wenn man sie auch kenne und alles, was man liebe, habe einen Wert. Wenn auch manche Eltern zu Beginn des Projekts skeptisch waren, hätten sie es dann doch angenommen und so ihre Aufgeschlossenheit bezeugt. Sie versprach den Zuschauern ein tolles Theater, denn bei den Proben sei sie von der Kreativität der Kinder völlig überzeugt worden.

Für Lars Kummetz, den zweiten Vorsitzenden des Bundes Naturschutz, Kreisgruppe Hof, war es wichtig, den Kindern den Naturgedanken zu vermitteln. „Emil macht Theater“ sei ein Thema, bei dem man sich spielerisch an die Natur heranwagen könne, es sei einfach und doch nachhaltig.

Karlheinz Hamm, der das Projekt begleitet hat, erklärte, wie er mit den fast 100 Kindern die Theaterinhalte entwickelt hat. Alle Kinder hätten sich voll engagiert und Tausende Ideen entwickelt. Sie halfen, diese umzusetzen und warteten nun gespannt darauf, sie zu präsentieren. Den Anfang machten die Kleinsten aus der ersten Klasse. Ihr Stück hieß „Warum lacht der Löwenzahn?“. Alle Insekten, die sich an ihm gütlich taten, dachten, sie würden ausgelacht, weil der Löwenzahn, „die schönste Blume der Welt“, ständig lachte. Der Grund war, dass ihn ein Maulwurf von unten an den Wurzeln kitzelte. Die vierte Klasse steuerte zum Thema „Bienen würden Libellen fliegen“ zwei „Werbespots“ für die Mosaikjungfer und die gemeine Heidelibelle bei. „Gemeinsam sind wir stark“ war der Arbeitstitel der zweiten Klasse. Sie befasste sich in ihrem Stück mit den verschiedensten Heckenarten und allem was darin fliegt, krabbelt, kriecht oder Schutz sucht. Alle erzählten, warum es ihnen mit Hilfe der Hecke so gut geht. Für die fünfte Klasse hieß das Thema „Wunderwelt Kastanienbaum“. In ihrem Spiel zeigten sie bei einer überraschenden einjährigen Zeitreise die Veränderungen der Kastanie während des ganzen Jahres. Ganz große Klasse war auch der Auftritt der „Dancing-Bees“. Und schließlich zeigte die dritte Klasse mit „Ich will Schneewittchen spielen“ eine märchenhafte Geschichte.

Zusammen sind wir stark

Jeder Baum, jede Pflanze und jeder Bewohner des Waldes wollte das „schöne Schneewittchen“ spielen. Bis schließlich ein Baum überzeugend auftrat und allen ins Gewissen rief, dass jedes Tier, jede Pflanze und jeder Baum für sich etwas ganz Besonderes sei, aber sie würden eben alle zusammengehören und nur so wären sie stark. Die Schüler boten alle beeindruckende schauspielerische Leistungen und konnten sich über den verdienten Applaus mit Recht freuen. H. Engel