OGS - Von der Schule ins Dschungelcamp

17./18.07.2015

 Von der Schule ins Dschungelcamp

„Wie können wir mit den Kindern am Ende des Schuljahres am besten noch eine besondere Aktion machen?“ überlegte das Team der verlängerten Mittagsbetreuung der VHS des Landkreises Hof, das die Zeller Grundschüler nach dem Unterricht bei den Hausaufgaben und in der freien Zeit betreut. Schnell stand der Gedanke an eine Wanderung mit Übernachtung zur Hütte der Münchberger Naturfreunde bei Weißenstadt im Raum. Und weil die Zigeunermühle mitten im Wald liegt, hieß das Motto „Auf ins Dschungelcamp“.

In der Vorbereitung trugen Kinder und Betreuer ihre Wünsche und Erwartungen an die gemeinsamen Stunden zusammen und entwickelten daraus ein Konzept. Auf der Wunschliste der Kinder ganz oben standen Naturerlebnisse und Fußball, die Betreuerinnen legten Wert auf Spaß am Miteinander und ein gemeinsames Erlebnis am Schuljahresende. So wurde auf der Wanderung reichlich Zeit eingeplant um die Natur am Waldstein, besonders im Naturschutzgebietes des Gipfelbereichs, zu beobachten, unterbrochen von Spielen mit dem Schwerpunkt Kooperation und Zusammenarbeit in der Gruppe, jeweils mit einer kurzen kindgerechten Reflektion als Abschluss, um die Selbst- und Gruppenwahrnehmung zu schärfen.

Die Schüler erlebten das so:

> Obwohl wir am Nachmittag Sporttag hatten und für arme Kinder wo anders auf der Welt Geld gesammelt haben beim Unicef-Rundenlauf – das war bei der Hitze ganz schön anstrengend – ging es mir gut als wir uns getroffen haben. Wir haben uns alle auf der Treppe vor der Schule aufgestellt und ein Foto von uns gemacht.

> Von der Schule aus sind wir in den Wald gelaufen. Wir haben Spiele gemacht. Zuerst haben wir durchgezählt. Immer wenn zwei gleichzeitig eine Zahl gesagt haben, mussten wir von vorne anfangen. Bis Emma die Idee hatte, dass wir uns im Kreis stellen und auf denjenigen zeigen, der die nächste Zahl sagt. Dann hat es besser geklappt.

> Wir sind auch am Wal vom Waldstein vorbei gekommen. Das ist ein großer Fels, der aussieht wie der Kopf eines Walfisches. Man sieht sogar die Augen, das Maul und oben drauf ist noch ein Felsen, der die Form einer Flosse hat. Kurz danach mussten wir im Spiel einen Sumpf überqueren. Das hat so funktioniert: Jedes Kind hatte eine Matte, auf der man nicht im Sumpf versunken ist. Wenn auf einer Matte keiner stand, ist sie verschwunden. Als Erstes waren wir noch nicht ganz so dabei, aber dann haben wir es besser gemacht und gut zusammengeholfen und es miteinander über den Sumpf geschafft.

> Wir haben einen riesigen Steinbruch gesehen, mit großen Felsen mit Bohrlöchern. Dann ging der Weg in ein Naturschutzgebiet, das war cool, weil es da ein richtig cooler Weg war, mit Blaubeeren, die man essen konnte. Der Weg war schön grün, wir haben umgefallene Bäume gesehen, die liegen geblieben waren. Ich dachte es kommt gleich das Meer, weil Sand auf dem Boden war. Wir sind über viele Fels und Wurzelhubbel gelaufen, das war zwar schwierig hat aber Spaß gemacht.

> Ich fand das Luftballonspiel schön, weil da musste man viel zusammenhalten und Teamwork war gefragt. Was ich nicht schön fand war, dass manche ihren Luftballon einfach zerplatzt haben. Erst haben wir jeder einen Luftballon aufgeblasen. Den haben wir vor den Bauchgehalten und mit dem Rücken vom Vordermann eingeklemmt. So haben wir eine ganze Reihe gebildet und mussten von einem blauen Pfeil aus bis zur Frau Frömel und zur Frau Bußler laufen. Ohne dass wir den Luftballon anfassen durften und der durfte auch nicht runter fallen.

> Weiter sind wir zur Zigeunermühle gelaufen, da haben wir einen Fußballer getroffen. Er hat mit uns Fußball gespielt, das war toll. Wir hoffen er besucht uns auch mal in der Schule und spielt mit uns.

> Mir hat das Essen am besten gefallen. Am Abend haben wir miteinander Gemüse geschnippelt, dazu hat es gegrillte Currywurst gegeben. Auch das Frühstück fand ich richtig schön, wir waren alle zusammen am Tisch gesessen und haben miteinander gegessen.

Die Betreuerinnen sind immer noch fasziniert von der Teamfähigkeit, die die Kinder im Laufe der Wanderung entwickelten, auch wenn es ihnen schwer fiel, nicht einzugreifen und von außen Tipps zu geben, sondern abzuwarten, anfängliches Scheitern zuzulassen und so den Kindern Raum und Möglichkeit zu geben, eigene Ideen zu entwickeln und umzusetzen. Die Kinder sind zusammengewachsen, haben entdeckt was sich im Miteinander an Möglichkeiten ergibt und auch persönliche Ressourcen bewusst wahr genommen.

Sabine Oberländer

 

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In der Frankenpost: 28.07.15