Die Geschichte vom Wurm, der in einem Buch wohnt

FP 19.02.2011


Schauspielerin Erika Domenik vom Theater Teatrino ist der Bücherwurm, der vom Buch eingesaugt wird.
 

Unsichtbares sichtbar macht der "Bücherwurm":
Das Theaterstück mit diesem Titel zeigt, was beim Lesen passiert.

Zell - Lesen ist nicht nur stummes Starren auf Buchstaben, sondern Aufregung und Abenteuer ohne Risiko. Das wissen die Schüler der ersten bis fünften Klasse der Volksschule Zell sowie die Vorschulkinder des evangelischen Kindergartens und der "Rappelkiste" jetzt ganz genau. Sie haben das Theaterstück "Der Bücherwurm" gesehen. Im Rahmen des Ganzjahresprojektes "Lesen" gastierte das Theater Theatrino an der Schule. Die Schauspielerin Erika Domenik verstand mit viel schauspielerischem Talent und einfachen Mitteln, die Kinder für eine Stunde in ihren Bann zu ziehen. "Der Bücherwurm" führt vor Augen, was beim Lesen wirklich passiert und macht das Unsichtbare sichtbar. Der Bücherwurm zieht in ein Buch ein, dessen Geschichte von dem Eskimojungen Allack handelt. Der Wurm identifiziert sich beim Lesen sich so sehr mit ihm, dass er von dem Buch verschlungen wird: Eine Falltür klappt aus und das Buch saugt den Bücherwurm in sich hinein. Gleichzeitig lässt er sich in dem Buch häuslich nieder. Lesen, eine Tasse Tee, dazu einen Keks knabbern, das ist der Himmel auf Erden für ihn. Aber es geht ihm nicht immer gut. Zuviel geht schief - dann hilft nur Blattsalat. Das ist seine ganz persönliche Mischung aus Schnipseln seiner Lieblingsgeschichten. Er liest auch zwischen den Zeilen und lässt Bilder bis hin zum Kino in seinem Kopf entstehen. Und weil er das Erlebte teilen möchte, gründet er mit der Leseratte eine Wohngemeinschaft. Wenn das Buch für beide zu eng wird, erfinden sie die Geschichten einfach weiter.

Wenn Kinder behaupten, sie sähen einen Film in ihrem Kopf, dann gibt es keinen Grund zur Besorgnis - im Gegenteil: Gute Bücher machen Hunger auf neue Bücher.