Abschied mit Stil und Niveau
Frankenpost 28.07.2010

An der Volksschule Zell verabschieden sich die Neuntklässler mit Stil. Für die besten drei Schüler gibt es Buchgutscheine.



Ein letztes gemeinsames Bild zum Abschluss: Die Absolventen der Volksschule Zell
 mit ihrem Klassenlehrer Peter Müller (rechts).
 

Zell - Eine Feier mit Stil hat es an der Volksschule Zell gegeben, als die Schüler der neunten Klasse entlassen wurden. Allein das Auftreten der jungen Menschen, die Mädchen in eleganten Cocktailkleidern, die Jungen in zumeist weißen Hemden, zeugte davon, dass es auch für sie kein Tag war wie jeder andere. Würdevoll und außergewöhnlich sollte der Abschied ausfallen - und dafür hatten einige Neuntklässler viel getan und vieles vorbereitet, sogar einen eigenen Tanz kreiert.

Auch das Rahmenprogramm war feierlich, die musikalischen Beiträge reichten von der Klassik bis zur Moderne, vom Instrumentalstück bis zum Rap. Es gab zudem Gedichte und Sketche - Schüler fast aller Klassen waren daran beteiligt.

Bürgermeister Horst Penzel gab den Schülern einige Abschiedsworte mit auf den Weg. Er betonte, dass das Lernen allerdings mit dem Ende der Schulzeit nicht vorbei sei. "Im Gegenteil: Das Leben ist ein ständiger Lernprozess." Dieser erfordere Ausdauer und Geduld, dies wünsche er ihnen für den weiteren Lebensweg.

Pfarrerin Marina Rauh sagte, dass die Schüler wohl erst später merken würden, dass "mit der Schulzeit auch die schönste Zeit in ihrem Leben endet". Deshalb gab sie ihnen Gedanken zum Wörtchen "danke" mit, welches aus zwei Solisten ein Duett mache, das dafür sorge, dass zwei Achtsamkeit füreinander entdecken.

Schulleiterin Carola Grellner wählte als Motto für ihre Abschiedsrede: Menschen sind wie Steine, vielfältig und facettenreich, sehr unterschiedlich in Zusammensetzung und Farbe. Sie besäßen Individualität und Besonderheit. Sie lägen manchmal am Grund eines Flussbettes, würden vom Wasser und der Strömung geschliffen und geformt. Die Frage, welcher dieser Steine dann der vollkommenere sei, der runde oder der eckige, der kantige oder der glatte, lasse sich nicht beantworten. Auf jeden Fall sei "jeder von ihnen ein Unikat, etwas Einzigartiges". An die Schüler gewandt sagte sie: "Ihr alle schwimmt im Strom des Lebens und erhaltet dadurch euren Schliff."

Klassleiter Peter Müller betonte die Gemeinsamkeiten von Schule und Fußball. Für den Sieg, das Ziel des Spiels, müsse man gut trainieren, sagte er. Man dürfe nicht aufgeben, brauche Kreativität und Verantwortungsgefühl. Nie dürfe man vergessen, dass man in einer Mannschaft spielt. Man müsse sich an Regeln halten, brauche Spielfreude und müsse unter Umständen auch ein guter Verlierer sein. Am Spielfeld sollte auch der richtige Ton untereinander herrschen und Unsportlichkeiten sollten außen vor bleiben. Er zitierte den ehemaligen Bundestrainer Berti Vogts, der sagte: "Die Aufstellung ist eigentlich uninteressant, die Einstellung ist entscheidend!"

Zehn schaffen den Quali

Im Rückblick auf den klasseneigenen Wettkampf äußerte er sich zufrieden: Zehn seiner Spieler seien im Endspiel, dem Quali, erfolgreich gewesen. Sie alle dürften aber nicht vergessen, dass das Leben noch viele Endspiele für sie bereit halte. Deshalb riet er ihnen: "Zeigt immer die richtige Einstellung, das Spiel gewinnen zu wollen."

Bei der Zeugnisübergabe wurden Mike Knoll, Florian Schoberth und Sandra Priebe als Beste ausgezeichnet und für ihre Leistungen mit je einem Büchergutschein belohnt. Alle anderen erhielten ihre Zeugnisse zusammen mit einem individuellen Halbedelstein als Andenken an ihre Schulzeit und die Entlassfeier.

Die Elternbeiratsvorsitzende Beate Hüttling überreichte je eine Namenstasse als Erinnerungsgeschenk.

Die beiden Schülerinnen Sarah Bierl und Sandra Priebe dankten im Namen aller anderen Absolventen ihrem Klassleiter Peter Müller und allen anderen Lehrern, die in der Klasse unterrichtet hatten. Ihr Dank galt aber auch jenen, die ihnen in der Grundschule die Grundlagen beigebracht hatten, an den Hausmeister, die Reinigungskräfte, an alle, mit denen sie zu tun hatten. Niemand wurde vergessen. Ein Abschied mit Stil und einem großen Stück Wehmut.