Bericht in der Frankenpost vom 31.07.2009

Nur ungern lässt man sie gehen
 

 


Giraffen sind die Lieblingstiere von Erika Schneider. Zum Abschied schenkte ihr jede Klasse ein selbstproduziertes Exemplar.

Zell - "I like the flowers" spielte die Instrumentalgruppe, und Konrektor Peter Müller meinte: "Alles hat seine Zeit." Nach 21 Jahren als Schulleiterin beginne für Erika Schneider ein neuer Lebensabschnitt.

Schulamtsdirektorin Christa Tschanett ging auf den Werdegang der verdienten Pädagogin ein, die schon zu ihrer eigenen Schulzeit Klassensprecherin gewesen war. Sie lobte die Verantwortungsbereitschaft sowie die ruhige, ausgleichende Art Schneiders und überreichte einen "Schulamtsüberleitungsschluck".

Deutsch und Englisch waren immer die Lieblingsfächer von Erika Schneider gewesen. Im Stück "Not at school" trat ein Mädchen der Schulspielgruppe als "Rektorin" auf - in Erika Schneiders Abschlussballkleid und Konfirmationsjäckchen.

Pädagogin aus Berufung

Bürgermeister und Schulverbandsvorsitzender Horst Penzel lobte Erika Schneider als "Meisterin ihres Faches", als Pädagogin aus Berufung. Sie habe das Schulschiff durch die unruhigen Wellen der Schulpolitik geführt. Dieses erfolgreiche Wirken habe sich erst vor Kurzem in einer sehr guten Bewertung der Schule durch eine unabhängige Prüfungskommission niedergeschlagen. Penzel wünschte im Namen des Zeller Gemeinderates und der Bürgermeisterkollegen vom Schulverband einen reibungslosen Übergang von der aktiven Arbeit in den aktiven Ruhestand.

Pfarrerin Marina Rauh, die für die evangelische und katholische Kirchengemeinde sprach, erinnerte an die Weihnachtsfeiern in der Schule, die zu den "Höhepunkten des Jahres" zählten. Sie wünschte Gottes Segen für den neuen Lebensabschnitt.

Die Instrumentalgruppe begeisterte mit "Boomwhackers", bevor Elternbeiratsvorsitzende Beate Hüttling die Schulhaussanierung und die Schulhofumgestaltung Revue passieren ließ und vor allem die Evaluation im letzten Jahr. Die Beliebtheit der Rektorin erklärte sie dadurch, dass sich Erika Schneider nicht nur für die Schule eingesetzt, sondern sich auch um ihre Schüler gekümmert habe. Sie wünschte im Namen des gesamten Elternbeirates viel Gesundheit im Ruhestand.

Dass der Gebrauch von Fremdwörtern gar nicht so unproblematisch ist, zeigte der Sketch "Fremdwörter - oder: Gut, wer Erika Schneider in Deutsch hatte". Das Lieblingstier Schneiders ist die Giraffe. Folglich hatten sich die Klassen heimlich mit diesem Thema beschäftigt - und tatsächlich wurden Gemeinsamkeiten der majestätischen Tiere mit der Schulleiterin festgestellt: gutes Sehen und Weitblick, Friedfertigkeit, solange man nicht angegriffen wird, zum Beispiel. Jede der Klassen überreichte eine Giraffe, gefertigt aus den unterschiedlichsten Materialien, alles kleine Kunstwerke.

Lehrer des Kollegiums bedankten sich dann als "ehemalige Schüler" bei ihrer Rektorin in einer ganz besonderen Form der englischen Sprache. Auch hier trug eine der Lehrerinnen ein Kleid der Rektorin, diesmal das von der Verlobungsfeier.

Peter Müller bezeichnete die Rektorin als "absolut multitaskingfähig". Probleme seien tägliche Herausforderungen gewesen, zu denen Lösungen gefunden werden mussten. "Das ist halt jetzt so, und da machen wir das Beste daraus", sei immer die Devise gewesen. Er interviewte die Kollegen, was ihnen so einfalle, wenn sie an ihre Rektorin denken. Fach- und Allgemeinwissen, Kollegialität, Offenheit und Innovativität wurden hervorgehoben.

Bevor das Lehrerkollegium zur Erinnerung einen Granitwürfel überreichte, der in Zusammenarbeit mit Norbert Schlick entstanden war, sang der Lehrerchor nach der Melodie von "Something stupid" ein selbstgetextetes Lied, das die letzten 21 Jahre zusammenfasste. Ein Wunsch für die Zukunft: "Probier's mal mit Gemütlichkeit . . . "

Danach wünschten Schüler mit einem Gedicht "Zeit" und überreichten der Rektorin ihre Lieblingsblume, bevor eine Powerpointpräsentation in 21 Minuten die 21 Jahre der Rektorin beschrieb. Nach fast drei Stunden Programm legte Rektorin Erika Schneider ihre eigenen Schlussworte kurzerhand zur Seite und bedankte sich bei ihrem "innovativen und aufgeschlossenen" Lehrerkollegium, mit dem sie vieles gemeinsam ausprobiert habe. Ihrer Nachfolgerin Carola Grellner wünschte sie alles Gute.

Konrektor Peter Müller drückte mit den Worten "Carpe diem" das aus, was man jedem an diesem Punkt seines Lebens wünschen kann: "Nutze den Tag". Mit einem gemeinsamen Lied und der Frage eines Schülers, ob sie denn wirklich gehen müsse, schloss die Abschiedsfeier. Beate Günther

Schulamtsdirektorin Christa Tschanett lobt das Engagement von Rektorin Erika Schneider.

 Fotos: bg